|
Was ist Ladinien? |
|
Mit dem Wort Ladinien meint man eine zwischen
Trentino, Südtirol und der nördlichen Seite von
Veneto liegende Region, wo
immer noch eine kulturell, sprachlich und zum Teil verwaltungsmäßig
unhabhängige ethnische Minderheit lebt: die Ladiner der Dolomiten. Ladinien
erstreckt sich heutzutage über das Land von drei Provinzen (Trient, Bozen und
Belluno) und ist in fünf Täler geteilt: Fassatal (Fascia) in der Provinz von
Trient, Grödnertal (Gherdëina) und Gadertal (Badia) in der Provinz von Bozen,
Livinallongo (Fodom) und Ampezzo (Ampezo) in der Provinz von Belluno. Obwohl
dieses Volk leider in Italien nicht so berühmt ist, haben die Ladiner eine
wichtige Schlacht gekämpft, um ihre kulturelle Identität zu verteidigen.
Dieses Land war am meistens während des ersten Weltkriegs den Schlachtfeld
zwischen den österreichischen Nazionalisten und den italienischen Irredentisten,
die aber nur für ein abstraktes Ideal von Nationalstolz kämpften und sich nie
um die wahren Bedürfnisse der Ladiner sorgten. Schon am Ende der Ersten
Weltkrieg wurde das ganze Ladinien dem italienischen Reich überlassen, aber
starke Polemiken wurden von den Ladiner erweckt, die früher Seite an Seite mit
dem Tirolern unter die Fahne von Franz Josef gekämpft hatten, und mit denen
ihre Beziehungen unterhalten wollten. Eine andere dunkle Periode für Ladinien
war die faschistische Diktatur und die zweite Weltkrieg; es ist bekannt die
Manie von Mussolini für die Reinheit von Italien, als Tochter des antiken Rom:
als Konsequenz wurden die alten ladinischen Ortsnamen zugunsten anderen
italienischeren Namen fast völlig ausgelöscht, und auch die ladinische Sprache
erlit starke Unterdrückungen. Früher mit dem Fall des Regimes aber am meisten
mit dem Ende des Krieges 1945, begann ein großeres Vertrauen nach der
italenischen Regierung zwischen den Ladinern aufzutreten, aber es verschwand so
schnell wie es aufgetreten war. Ladinien wurde dann in drei Provinzen, drei
Diözesen und zwei Regionen geteilt: der Traum der ladinischen Einheit
verschewand. Trotzdem gab sich niemand für geschlagen und 1945 wurden die
ersten ladinischen Kulturvereine gegründet, sowie die "Unione Popolare
Ampezzana" und die "Union Culturela di Ladins", die sich den
folgenden Jahr zusammenschloßen, um den politischen Verein "Zent Ladina
Dolomites" zu gründen. Diese Bewegung war von Guido Jori Rocia aus
Fassatal und Sisto Ghedina aus Ampezzo angeführt, die dem italienischen
Prsident De Gasperi eine Liste von 12 Vorschläge sendeten, die am 14 Juli 1946
während der ersten ladinischen Versammlung auf dem Sellajoch ausgearbeitet
wurden; zwischen diesen Vorschlägen traten die folgenden hervor: Anerkennung
der Ladiner als ethnische Gruppe, Vereinigung von Ladinien der Provinz von Bozen,
Gleichstellung der ladinischen Sprache mit der italienischen und der deutschen.
Die italienische Reaktion war brutal: De Gasperi beschrieb die Ladiner als
Österreichfreunde mit separatistischen Tendenzen: das war ein schwerer Schimpf
gegen das ladinische Volk das, weiterkämpfte. Die Ladiner von Belluno baten
dann die Anverleibung an Trient, das schon Sonderprovinz war, aber die
italienische Regierung gab ihnen eine abschlägige Antwort, und übernahm den
Artikel 6 der italienischen Verfassung nicht, der die Minderheitenschutz
versichert; so machte sich Ladinien auf den Weg nach einer schnellen
Zerbröckelung. Diese wurde durch die Verlautbarung seitens der italienischen
Regierung des ersten Sonderstatut, der den Wert von ethnischen Gruppe nur den
Ladinern von Grödnertal und Gadertal, und schließ die von Trien und Belluno
aus. Dann wurde die "Union Generela di Ladins dles Dolomites gegründet,
die eine Reihe von kulturellen Initiativen in den fünf Täler organisierte, um
die verlorene Einheit wiederzuenlangen. Diese Initiativen hatten einen großen
Erfolg, aber das genügte noch nicht; begannen dann die Demonstrationen, die
Umzuge und auch die Sprengstoffanschlagen, bis wann die italienische Regierung
den zweiten Sonderstatut im Jahr 1972 bestätigte, der aber noch die Grödner
und die Gadertäler als "bevorzugte" anerkannte, gegen die andere
Ladiner. Nur 1977 wurde den "Comprenjorie Ladin de Fascia", der alle
die Dörfer von Fassatal als ladinisch anerkannte. Trotzdem das Überleben der
ladinischen Kultur aber am meistens der ladinischen Sprache blieb noch sehr
schwierig bis zirca zum Half der 80er Jahre, wenn die Idee der ladinischen
kulturellen Einheit, nicht noch der politischen, sah aus, wieder aufzustehen.
Demonstrationen, Konferenzen und andere Initiativen vermehrten sich dank den
"Comprenjorie". Der Unterricht der ladinischen Sprache und Kultur
wurde obligatorisch in der Grund und-Mittelschule eingeführt. Es sieht aus,
dass die Situation heutzutage ein bisschen besser als in der Vergangenheit ist,
aber es wird sehr schwierig sein, die Fehler der vergangenen Jahre wieder
gutzumachen.
Um eine präzisere Dokumentation über Ladinien rate ich diese Bücher:
. Richebuono B. "Breve storia dei Ladini Dolomitici" - Istitut Cultural Ladin "Micura de Rü"
. Scroccaro M. "De Fascia ladina-La questione ladina in Val di Fassa dal 1918 al 1948" - Istitut Cultural Ladin
. "Mondo Ladino" - Rivista dell'Istitut Cultural Ladin "Majon di Fascegn"
[Wandertouren] [Das Fassatal im Winter] [Radfahren] [Ladinische Kultur]
[Wie erreicht man das Tal] [Die Dörfer] [Das Tal] [Hotels und Restaurants] [Webcam] [Rat den Touristen]
[Kuriositäten] [Veranstaltungen] [Aktuell] [Schutzhütten] [Photos] [Wetterberichte] [Anlagen] [Adressen]
[Wer sind wir] [Guestbook] [Kontakte] [Home]