Die ladinische Sprache

In den fünf ladinischen Tälern, ist die Sprache ein wichtiger Einigungsumstand, die, trotz der Verschiedenheiten zwischen den Tälern, überall in Ladinien gesprochen wird. Der Ladinisch ist klar eine aus Leteinisch stammende Sprache, die sich zuerst mit der der Rätischen Völker der Dolomiten gemischt hat und dann der Einfluss von Deutsch und Italienisch erleidet hat, bis wann sie zum aktuellen Ladinisch geworden ist. Man muss auch vermeiden, der Ladinisch für einen leichten italienischen Dialekt zu halten: es handelt sich um eine unabhängige sprachliche Gruppe, die vom Italieisch  wegen historischen und strukturellen Grunde getrennt ist; dann ist es eine richtige Sprache (sowie der Sardisch, zum Beispiel), und viele Sprachförscher glauben das (der erste war Graziadio Isaia Ascoli, im Jahr 1800); vor einigen Jahren wurde auch ein Beschluss der EU verabschiedet, der eine Reihe von Initiativen für die Sprachminderheiten (zwischen denen auch der Ladinisch) erhieb. Heutzutage ist die Wichtigkeit der Ladinisch bewiesen von: 1) sein Unterricht in der Grund- und Mittelschule im Fassatal, und im Gymnasium im Grödnertal und Gadertal; Fodom und Ampezzo bleiben von diesen Initiativen ausgeschlossen 2) die Möglichkeit, die Akte und die Unterlagen der Gemeinde in Italienisch, Deutsch oder Ladinisch zu schreiben 3) die Notwendigkeit ein von den kulturellen Istituten erteiltes Diplom von Ladinischen Sprache zu erlangen, um öffentliche Berufe auszuüben. Die Ladiner besitzen auch eine eigene Zeitung auf ihre Sprache, "La Usc di Ladins" (die Stimme der Ladiner), und haben zirca eine Stunde pro Woche dank der Ladinischen RAI von Bozen Rundfunk- und Fernsehsendungen auf Ladinisch zur Verfügung.  

Der Ladinisch der Dolomiten kann in fünf Gruppen geteilt werden: der Fascian im Fassatal, mit einem großen Einfluss von Italienisch; der Gherdëina im Grödnertal, sehr nahe an Deutsch; der Badiot im Gadertal, ein bißchen weniger verdeutschet als der Gherdëina, der meiner Meinung nach der "reinsten" Ladinisch ist; der Fodom im Livinallongo und der Ampezan in Cortina, mit großen venetischen Einflüssen. Die Verschiedenheiten zwischen den fünf Sprachweisen können sehr stark aber auch ziemlich leicht sein.

VERGLEICH ZWISCHEN DEN FÜNF LADINISCHEN REDEWEISEN

Die Verschiedenheiten können auch in ein einzelnes Tal herausgefunden werden. Der augenfälligste Fall ist das Fassatal, wo man drei verschiedene Redeweise erkennen: der "cazet", im Hochtal gesprochen; der "Brach" im Mitteltal gesprochen und der "Moenat" in der Nähe von Moena gesprochen. Auch in diesem Fall kann man phonetische, morphologische und syntaktische Verschiedenheiten ausmachen. Auch im Gadertal zeigt die lokale Sprachweise einige Varianten: der echte Badiot im Hochtal und der Mareo (im Marebbe).

VERGLEICH ZWISCHEN DEN DREI LADINISCHEN VARIANTEN IM FASSATAL

Eine Besonderhei der ladinischen Sprache ist die Bewahrung vieler Strukturen, die aus der alten rätischen Sprache (vor der romanischen Herrschaft), zum Beispiel: crepa (Berg), troi (Pfad), zondra (Busch). Die Entlehnungen aus Deutsch sind auch sehr frequent, zum Beispiel: àiserin (Häuserin), chino (Kino), angern (gestern).

Heute sind die kulturellen Istituten der fünf Täler dabei, an das Ersinnen einer einheitlichen ladinischen Sprache zu arbeiten, der "Ladin Dolomitan" (vom Professor Heinrich Schmid schon theorisiert); das Ziel besteht darin, dass man die verschiedene Redeweisen unter einer einzigen Sprache vereinen will. Trotzdem ist es fast unmöglich, eine Sprache künstlich zu schaffen, wie in der Vergangenheit schon passiert ist; die Verschiedentheiten zwischen den Redeweisen werden nicht sehr leicht beseitigt werden.

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